Selbstbräuner streifenfrei und gleichmäßig auftragen

Ein warmer, sonnengeküsster Teint lässt sich heute problemlos ohne Sonnenbank und ohne stundenlanges Liegen in der Sonne erreichen. Moderne Selbstbräuner liefern natürlich wirkende Ergebnisse – vorausgesetzt, man geht sorgfältig vor. Denn kaum ein Kosmetikprodukt verzeiht Schlampigkeit so wenig wie ein Selbstbräuner: Ungleichmäßig aufgetragen zeigen sich Flecken, dunkle Ränder und Streifen, die tagelang sichtbar bleiben. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Technik gelingt jedoch ein ebenmäßiges Ergebnis, das kaum von echter Bräune zu unterscheiden ist.

Die Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis

Der wichtigste Schritt passiert, bevor auch nur ein Tropfen Selbstbräuner auf die Haut kommt. Der Bräunungswirkstoff, meist Dihydroxyaceton, reagiert mit den obersten Hautschüppchen. Sind diese uneben, trocken oder abgestorben, färbt sich die Haut ungleichmäßig. Deshalb steht am Anfang immer ein gründliches Körperpeeling, idealerweise am Vorabend oder einige Stunden vor dem Auftragen.

Besonders raue Stellen wie Knie, Ellenbogen, Knöchel und Fersen brauchen dabei Aufmerksamkeit, weil sie den Farbstoff stärker aufnehmen und sonst zu dunkel werden. Nach dem Peeling sollte die Haut vollständig trocken und frei von Öl oder Creme sein. Eine Ausnahme bilden die eben genannten trockenen Zonen: Sie profitieren von einer dünnen Schicht Feuchtigkeitscreme kurz vor dem Auftragen, damit sie den Selbstbräuner nicht überbetont aufsaugen.

Wer Haare entfernen möchte, sollte das ebenfalls am Vortag erledigen. Rasur oder Epilation direkt vor dem Auftragen öffnet die Poren und kann zu kleinen dunklen Punkten führen.

Das richtige Produkt für den gewünschten Ton

Selbstbräuner gibt es als Mousse, Lotion, Spray und Gel – und die Wahl beeinflusst nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Handhabung. Ein Mousse mit Farbindikator ist für Einsteiger besonders empfehlenswert, weil die getönte Textur sofort zeigt, welche Stellen bereits behandelt sind. So lassen sich Auslassungen leicht vermeiden. Lotionen ziehen langsamer ein und geben mehr Zeit zum Verblenden, während Sprays sich gut für schwer erreichbare Stellen am Rücken eignen.

Wer noch keine Erfahrung hat, beginnt am besten mit einem Produkt für einen leichten bis mittleren Ton. Eine dezente Bräune wirkt natürlicher und lässt sich bei Bedarf am Folgetag mit einer zweiten Schicht vertiefen. Der umgekehrte Weg – zu dunkel und dann heller – ist deutlich mühsamer.

Auftragen mit System

Für ein gleichmäßiges Ergebnis empfiehlt sich ein Auftragshandschuh. Er schützt nicht nur die Handflächen vor Verfärbungen, sondern verteilt das Produkt auch feiner als die bloße Hand. Am besten arbeitet man Körperabschnitt für Körperabschnitt und in kreisenden Bewegungen, damit sich keine Kanten bilden.

Eine bewährte Reihenfolge lautet:

  • Beine zuerst, von den Knöcheln aufwärts
  • Danach Bauch, Brust und Rücken
  • Anschließend die Arme bis zu den Handgelenken
  • Zuletzt Hals und Gesicht mit einer kleineren Menge

Zwischen den Abschnitten lohnt sich ein Blick auf bereits behandelte Flächen, um Übergänge sofort zu verblenden, solange das Produkt noch feucht ist. Sparsamkeit ist hier die beste Strategie: Lieber eine dünne Schicht auftragen und bei Bedarf nacharbeiten, als zu viel auf einmal.

Problemzonen richtig behandeln

Knie, Ellenbogen, Handgelenke, Knöchel und Füße sind die klassischen Stellen, an denen Selbstbräuner misslingt. Hier hilft eine einfache Technik: Man trägt das Produkt zunächst nicht direkt auf, sondern verteilt den Rest, der nach dem Behandeln der umliegenden Fläche noch am Handschuh haftet, mit leichten Bewegungen darüber. So bekommen diese Zonen weniger Farbe und fügen sich harmonisch ein.

Die Hände sind besonders heikel, weil sie schnell verräterisch dunkel werden. Nach dem Auftragen wischt man die Handrücken kurz mit einem feuchten Tuch ab und zieht mit einem Wattestäbchen sanft zwischen den Fingern nach. Zwischen den Fingern und an den Nagelrändern sammelt sich sonst Farbe, die künstlich wirkt.

Nach dem Auftragen: Warten und Pflegen

Nach dem Auftragen braucht die Haut Ruhe. Enge Kleidung, Schwitzen und Wasser sollten für einige Stunden vermieden werden, damit sich die Farbe ungestört entwickeln kann. Am besten trägt man locker sitzende, dunkle Kleidung und verzichtet an diesem Tag auf Sport. Die meisten Produkte entfalten ihre volle Tiefe erst nach sechs bis acht Stunden, viele empfehlen daher das Auftragen am Abend.

Damit die Bräune möglichst lange gleichmäßig bleibt, ist regelmäßiges Eincremen in den Tagen danach entscheidend. Gut durchfeuchtete Haut schuppt sich langsamer ab, wodurch sich die Farbe ebenmäßiger verabschiedet. Aggressive Peelings sollten in dieser Zeit pausieren, um kein fleckiges Verblassen zu provozieren.

Wenn doch etwas danebengeht

Selbst mit Sorgfalt kann eine Stelle einmal zu dunkel ausfallen. Kleine Missgeschicke lassen sich oft noch retten. Ein Peeling oder ein mit Zitronensaft benetztes Tuch hellt zu intensive Partien auf. Auch ein Bad mit einer Handvoll Backpulver kann helfen, überschüssige Farbe zu lösen. Bei Streifen empfiehlt es sich, die betroffene Fläche gezielt zu peelen und die Umgebung anschließend leicht nachzuarbeiten, damit der Übergang wieder stimmt.

Mit etwas Übung wird das Auftragen zur Routine, die kaum mehr Zeit kostet als eine gewöhnliche Körperpflege. Wer Vorbereitung, Technik und Geduld beachtet, erhält einen gleichmäßigen, natürlich wirkenden Teint – ganz ohne die Belastung, die intensive Sonne oder Solarien für die Haut bedeuten.